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Mutterschaft, Vaterschaft
Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Hier die Formulare zum Herunterladen

Allgemeine Beschreibung

Wenn eine Arbeitnehmerin, eine freie Mitarbeiterin bzw. eine derselben Gleichgestellte, eine Selbstständige, oder eine Freiberuflerin schwanger ist, genießt sie in mehrfacher Hinsicht gesetzlichen Schutz.

Eine abhängige Arbeitnehmerin kann ab Beginn der Schwangerschaft bis zum Erreichen des 1. Lebensjahres des Kindes nicht entlassen werden. Sollte die Arbeitnehmerin in diesem Zeitabschnitt ihren Arbeitsplatz aufgeben, muss die freiwillige Kündigung vom Arbeitsinspektorat bestätigt werden. Die Arbeitnehmerin hat darüber hinaus Anrecht auf die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung sowie auf die Entschädigung für die Nichteinhaltung der Kündigungsfrist, die im Falle einer Entlassung zusteht. Für eine in der Projektarbeit tätige schwangere Arbeitnehmerin wird der Arbeitsvertrag um 180 Tagen verlängert, vorausgesetzt, das angestrebte Ergebnis ist für den Auftraggeber noch von Interesse.

Es ist grundsätzlich verboten, während der letzten zwei Monate vor und während der ersten drei Monate nach der Geburt des Kindes zu arbeiten. Auf Wunsch der Arbeitnehmerin kann der Frauenarzt bzw. der zuständige Betriebsarzt der flexiblen Regelung des obligatorischen Mutterschaftsurlaubes zustimmen, das heißt, die Arbeitnehmerin kann sich dafür entscheiden, bis zu einem Monat vor der Geburt des Kindes zu arbeiten und anschließend bis zu vier Monate nach der Geburt den obligatorischen Mutterschaftsurlaub zu genießen. Wenn sie aber gesundheitsgefährdende Tätigkeiten ausführt oder an einem nicht geeigneten Arbeitsplatz ihre Tätigkeit verrichtet bzw. bei Auftreten von Komplikationen während der Schwangerschaft, kann der vorzeitige Mutterschaftsurlaub gewährt werden. In bestimmten Fällen kann der obligatorische Mutterschaftsurlaub bis sieben Monate nach der Geburt fortgesetzt werden. Während dieses Zeitraumes hat die Arbeitnehmerin Anspruch auf 80% des Gehaltes, es sei denn, der Arbeitgeber ist laut Kollektivvertrag dazu verpflichtet, die restlichen 20% zuzuschießen.

Für koordinierte und fortwährende Mitarbeiterinnen, für Projektarbeiterinnen, für stille Gesellschafterinnen und für die denselben Gleichgestellten besteht ebenfalls ein Arbeitsverbot während der zwei Monate vor und der drei Monate nach der Geburt des Kindes. Auch diese haben Anrecht auf Mutterschaftsgeld. Sollten Komplikationen in der Schwangerschaft auftreten, so kann die Zeitspanne des Mutterschaftsurlaubes vorverlegt werden. Das Mutterschaftsgeld wird in Höhe von 80% des Gehaltes ausgezahlt, mit Ausnahme jener, welche bereits eine Rente beziehen bzw. jener, welche bei einem anderen obligatorischen Vorsorgeinstitut eingeschrieben sind.

Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben auch Freiberuflerinnen, Kauffrauen, Handwerkerinnen sowie Landwirtinnen. Das Mutterschaftsgeld beträgt 80% der einschlägigen „Konventionalentlohnung“. Die effektive Auszahlung des Mutterschaftsgeldes ist jedoch an die Eintragung in den für den Berufsstand zuständige Fürsorgefonds und an die gültigen Versicherungsperioden für Mutterschaft gekoppelt.

Bei Adoption, Anvertrauung und adoptionsvorbereitender internationaler Anvertrauung von Minderjährigen besteht der Anspruch auf Mutterschaftsgeld für den Zeitraum von fünf Monaten.

Auch der Vater hat als Arbeitnehmer das Recht, für die gesamte Dauer der Freistellung wegen Mutterschaft oder für den verbleibenden Teil, auf den die Arbeitnehmerin als Mutter Anspruch gehabt hätte, der Arbeit fernzubleiben, sofern die Mutter verstorben oder schwer erkrankt ist, wenn sie das Kind verlassen hat, und ebenso wenn der Arbeitnehmer als Vater das ausschließliche Sorgerecht erhält.

Während der ersten acht Lebensjahre eines Kindes hat jeder Elternteil Anrecht auf den Elternurlaub. Der Arbeitnehmerin steht der Elternurlaub bis zu sechs Monaten zu, der Elternurlaub des Vaters erhöht sich hingegen von sechs auf sieben Monate, wenn er mindestens drei aufeinander folgende Monate in Anspruch nimmt. Wenn das Kind nur einen Elternteil hat, steht dem alleinerziehenden Elternteil ein Zeitraum von höchstens zehn Monaten zu. Die Gesamtdauer der von beiden Elternteilen beanspruchten Zeiträumen darf insgesamt zehn bzw. elf Monate nicht überschreiten, es sei denn, die Kollektivverträge sehen längere Zeitabschnitte vor. Selbständige Arbeitnehmerinnen können einen Zeitraum von drei Monaten in Anspruch nehmen, der innerhalb des ersten Lebensjahres des Kindes genossen werden muss.

Während des Elternurlaubes können die oben angeführten Arbeitnehmerinnen die Unterbrechung der Beitragszahlung beantragen. Dieser Antrag um Unterbrechung der Beitragszahlung wird mit demselben Ansuchen um Mutterschaftsgeld auf 30% gestellt, kann sich jedoch nur auf ganze Monate beziehen. Dies deshalb, weil die obligatorischen Sozialbeiträge periodisch und unteilbar sind und sich auch auf die Monate beziehen, während welcher die Arbeitstätigkeit auch nur für einen einzigen Tag erbracht wird.

Die Mutter (oder der Vater) können der Arbeit fern bleiben um das Kind zu versorgen, indem sie eine ärztliche Bescheinigung der Krankheit des Kindes vorlegen.

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Verweis auf Gesetzesbestimmungen; Verordnungen

Zuständige Einrichtung

19. Arbeit
19. Arbeit

Zuständige Verwaltungseinheit

19.2. Arbeitsinspektorat

Adresse

Landhaus 12, Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1, 39100 Bozen

Telefon

0471 41 85 40
0471 41 85 41

E-Mail

arbeitsinspektorat@provinz.bz.it

PEC

arbeitsinspektorat.ispettoratolavoro@pec.prov.bz.it

Website

http://www.provinz.bz.it/arbeit

(Letzte Aktualisierung: 20.09.2017)